Flächen gestalten, Projekte entwickeln.

Freiheit Emscher wird Modellprojekt für neue Mobilität und digitale Arbeit

18.01.2019 - Lösung für das 1.700 Hektar große Areal in Bottrop und Essen

Nur zwei Jahre nach dem Start der Machbarkeitsstudie haben die Städte Essen und Bottrop gemeinsam mit dem Flächenentwickler RAG Montan Immobilien ein neues Raumbild geschaffen für ein 1.700 Hektar großes Areal mitten im Ruhrgebiet, das lange als nicht entwicklungsfähig galt: „Wir sind überzeugt, dass wir eine Lösung gefunden haben, wie wir diesen Dschungel lichten und für eine neue, strahlende Zukunftsvision nutzen können“, sagte Bernd Tischler, Oberbürgermeister von Bottrop. Mit Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe in die öffentliche Infrastruktur soll die „Freiheit Emscher“ erschlossen und zum Modellprojekt für neue Mobilität und digitale Arbeit entwickelt werden.

Die Projektpartner planen erhebliche Investitionen in die öffentliche Infrastruktur – sei es für Straßen, Radwege, Promenaden, Brücken und Freiraumgestaltung. „Wir schaffen damit die Voraussetzungen für eine positive Stadtentwicklung in einem Raum, der aufgrund der Bergbauprägung bislang eher ein als Stiefkind in einer Randlage der Großstädte Essen und Bottrop wahrgenommen wurde“, sagte Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler. „Freiheit Emscher soll ein neues urbanes Zentrum werden – ein Ort, der modellhaft dafür sein wird, wie Arbeiten, Wohnen, zukunftsweisender Städtebau und Freiraum im Sinne einer komponierten Stadtlandschaft der Zukunft zusammenwachsen“, so Tischler. „Es geht nicht vordergründig darum, im Gebiet von Freiheit Emscher neues Wohnen zu schaffen – es geht darum, die Wohnqualität für die bisherigen Bewohner deutlich zu verbessern.“ Dazu werden neue Grünflächenverknüpfungen und die Erlebbarkeit des Wassers durch Uferpromenaden auf beiden Seiten des Kanals beitragen.

Kern des Struktur- und Nutzungskonzeptes, welches detaillierte Konzepte für die Bereiche Verkehr, Städtebau und Freiraumgestaltung sowie einen Maßnahmenplan für die Umsetzung enthält,  ist die zügige Entwicklung von fünf Industrie- und Gewerbequartieren mit einer Gesamtfläche von 155 Hektar – eine der größten Flächenreserven des Ruhrgebietes, in dem die Flächen knapp werden. „Wir haben deshalb sehr genau analysiert, wie der Bedarf der Zukunft aussehen könnte. Es ist unser Anspruch, in diesem Raum fünf zukunftweisende Gewerbequartiere zu schaffen, die schon heute dafür geplant werden, wie wir morgen arbeiten werden“ sagte Markus Masuth, Vorsitzender der Geschäftsführung der RAG Montan Immobilien.

Die Schwerpunkte des Konzeptes liegen auf der Digitalisierung, neuer Mobilität und der Schaffung von Stadträumen, in denen ein harmonisches Nebeneinander von Arbeiten, Leben und Wohnen möglich wird. „Inzwischen haben wir sehr klare Vorstellungen davon, was im Gebiet von Freiheit Emscher möglich sein soll und was nicht“, sagte Markus Masuth. Im Fokus des Nutzungskonzeptes stehen emissionsarme Produktionen und wissensbasierte Dienstleistungen, Labore und Start-ups, innovatives Handwerk sowie Digitalwirtschaft. „Mit diesem Profil kann Freiheit Emscher einen wichtigen Beitrag zu einem zukunftsorientierten Strukturwandel der Region leisten“, sagte Markus Masuth. „Freiheit Emscher ist aufgrund der Lage zwischen den beiden Hochschulen in Bottrop und Essen geradezu prädestiniert, ein Standort für wissens- und technologieorientierten Unternehmen zu werden, die wir im Ruhrgebiet brauchen.“

Für Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen ist das interkommunale Entwicklungsprojekt Freiheit Emscher auch beispielhaft dafür, wie das vermeintliche Kirchturmdenken im Ruhrgebiet überwunden und neue Formen der Kooperation etabliert werden können: „Nach zwei Jahren intensiver Zusammenarbeit wissen wir: Stadtplanung über Grenzen hinweg funktioniert, genauso wie die enge Kooperation der öffentlichen Hand mit dem privaten Flächenentwickler, den wir als dritten Partner an Bord haben“, sagte Kufen.

Das Gefühl der gemeinschaftlichen Verantwortung für den gesamten Planungsraum werde von allen drei Partnern weiter getragen. „Deshalb wollen wir diese Kooperation fortführen. Wir prüfen verschiedene Konstellationen, um möglichst noch in diesem Jahr eine gemeinsame Trägerschaft zu finden. Das ermöglicht uns, Fördermittel einzuwerben und die Entwicklung in unserem und im Interesse der Bürger voranzutreiben“, so Kufen.

Für die Umsetzung des Masterplans wird in den kommenden zehn bis 15 Jahren ein dreistelliger Millionenbetrag an Investitionen in die öffentliche Infrastruktur erforderlich sein. „Die Projektpartner wissen, dass sie eine solche Investition nicht aus eigenen Kräften stemmen können, sondern die Umsetzung des Masterplans Freiheit Emscher nur durch zusätzliche Förderung aus Mitteln von Land, Bund und der Europäischen Union möglich sein wird“, sagte Thomas Kufen. „Wir sind aber sicher, dass wir heute eine zukunftsweisende Konzeption vorgelegt haben, die modellhaft für die Transformation unserer Region und ein Symbol für das neue Ruhrgebiet werden kann.“ Neben den Planungen für die Infrastruktur soll bereits in diesem Jahr mit den Bauarbeiten für die Sanierung der Flächen begonnen werden. „Noch in diesem Jahr werden auf Emil-Emscher in Essen die ersten Bagger rollen, ab 2020 kann mit der Vermarktung der Fläche begonnen werden“, kündigte Markus Masuth an.

Von 2017 bis Anfang 2019 haben die Städte Essen und Bottrop sowie die RAG Montan Immobilien als Projektpartner gemeinsam einen strategischen Masterplan für das 1.700 Hektar große Gebiet nördlich und südlich des Rhein-Herne-Kanals und der Emscher erarbeitet. Ziel ist es, das Areal mitsamt der fünf ehemaligen Bergbauflächen neu zu erschließen und zu einem urbanen Zentrum zwischen Essen und Bottrop zu entwickeln.

Sie rollten mit drei Wasserstoff-Autos über die geplante Umwelt-Trasse: Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler, Markus Masuth, Vorsitzender der Geschäftsführung RAG Montan Immobilien GmbH, und Essens OB Thomas Kufen vor dem Malakoffturm von Prosper II (v.l.n.r.).

Sie rollten mit drei Wasserstoff-Autos über die geplante Umwelt-Trasse: Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler, Markus Masuth, Vorsitzender der Geschäftsführung RAG Montan Immobilien GmbH, und Essens OB Thomas Kufen vor dem Malakoffturm von Prosper II (v.l.n.r.). Bild herunterladen

Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler, Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen und Markus Masuth, Vorsitzender der Geschäftsführung RAG Montan Immobilien, wollen die Kooperation zur Freiheit Emscher fortführen (v.l.n.r.)

Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler, Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen und Markus Masuth, Vorsitzender der Geschäftsführung RAG Montan Immobilien, wollen die Kooperation zur Freiheit Emscher fortführen (v.l.n.r.) Bild herunterladen

Visualisierung der hochwertigsten Flächen mit dem größten Potenzial zwischen Rhein-Herne-Kanal, Stadthafen und der renaturierten Emscher. Visualisierung: Stahm Architekten

Visualisierung der hochwertigsten Flächen mit dem größten Potenzial zwischen Rhein-Herne-Kanal, Stadthafen und der renaturierten Emscher. Visualisierung: Stahm Architekten Bild herunterladen

Sie rollten mit drei Wasserstoff-Autos über die geplante Umwelt-Trasse: Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler, Markus Masuth, Vorsitzender der Geschäftsführung RAG Montan Immobilien GmbH, und Essens OB Thomas Kufen vor dem Malakoffturm von Prosper II (v.l.n.r.). Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler, Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen und Markus Masuth, Vorsitzender der Geschäftsführung RAG Montan Immobilien, wollen die Kooperation zur Freiheit Emscher fortführen (v.l.n.r.) Visualisierung der hochwertigsten Flächen mit dem größten Potenzial zwischen Rhein-Herne-Kanal, Stadthafen und der renaturierten Emscher. Visualisierung: Stahm Architekten