Flächen gestalten, Projekte entwickeln.

Machbarkeitsstudie Freiheit Emscher kurz vor dem Abschluss

29.11.2018 - Projektleiter stellen erste Ergebnisse vor

Das 1.700 Hektar große Areal von Freiheit Emscher bildet die größte Flächenreserve des Ruhrgebiets und damit immense Chancen für die Zukunft der Region. Die von den drei Projektpartnern – RAG Montan Immobilien, Stadt Essen, Stadt Bottrop – in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie steht kurz vor ihrem Abschluss. Im Rahmen eines Hintergrundgesprächs stellten die drei Projektleiter – Gernot Pahlen, RAG Montan Immobilien, Ursula Dickmann, Stadt Bottrop, und Steffen Lenze, Stadt Essen (v.l.n.r.) – Journalisten erste Informationen zur Machbarkeitsstudie, dem Zielkonzept und einen Ausblick auf das Struktur- und Nutzungskonzept vor.

In den Jahren bis 2027 werden auf heute noch bergbaulich genutzten Flächen in Freiheit Emscher sukzessive fünf neue Gewerbe- und Industriegebiete mit einer Gesamtgröße von 155 Hektar marktreif gemacht. Freiheit Emscher wird nicht nur große zusammenhängende, sondern auch höchst attraktive Flächenreserven direkt am Rhein-Herne-Kanal und der renaturierten Emscher erschließen: „Leben und Arbeiten am Wasser --- solche Lagen sind im Ruhrgebiet rar und entsprechend hochbegehrt‘‘, erklärte Gernot Pahlen, Projektleiter der RAG Montan Immobilien.

Die Projektpartner erwarten daher eine starke Nachfrage vor allem im Bereich des sogenannten Nukleus: Auf den ehemaligen Kohlelagern am Bottroper Sturmshof und dem Essener Hafen Coelln-Neuessen sollen laut Zielkonzept ab 2027 ein Schwerpunkt wissensbasierter, höherwertiger Gewerbeformen und urbaner Produktion mit hohem Büroanteil, Labornutzungen sowie zusätzlich Freizeitangebote und Gastronomie an der Promenade am Kanal entstehen.

Freiheit Emscher soll als Modellprojekt demonstrieren, wie moderne Stadtentwicklung die Mobilitätswende antizipieren und fördern kann. „Das große Leitziel des Verkehrskonzeptes heißt Verkehrsvermeidung‘‘, sagt Stadtplaner Steffen Lenze, Projektleiter bei der Stadt Essen. „Wir planen keine urbane Idylle ausschließlich mit ÖPNV, Car-Sharing und autonom fahrenden Elektroautos‘‘, so Lenze. Vielmehr sieht das Verkehrskonzept vor, Ziel- und Quellverkehre neu zu bündeln und auf kurzem Weg auf leistungsfähige Straßen abzuleiten. So werden Umwegfahrten vermieden und sensible Bereiche vor zusätzlichen Belastungen geschützt.

Dabei greifen drei wesentliche Infrastruktur-Maßnahmen ineinander. Ein neuer, hochwertig gestalteter „Gewerbe-Boulevard‘‘ wird die zukünftigen Gewerbegebiete Welheimer Mark, Sturmshof, Coelln-Neu Essen sowie Emil-Emscher in Nord-Süd-Richtung verbinden. Eine „Umwelttrasse‘‘ wird als neue Verkehrsachse zwischen den beiden Hochschulstädten Bottrop und Essen die Innenstädte neu verbinden. Das dritte wesentliche Element ist die Schaffung einer neuen Anschlussstelle an die A42 in Höhe Bottrop-Lichtenhorst, die den Namen „Freiheit Emscher‘‘ tragen und den Gewerbe- und Personenverkehr auf kürzestem Wege an das überregionale Fernstraßennetz ableitet.

Eines der wesentlichen Elemente des Zielkonzeptes sind neue Wege zum und am Wasser für Bottrop und Essen.  Durch die Entwicklung neuer Fuß- und Radwegequerungen soll dieser bisher brachliegende, vernachlässigte Raum erlebbar gemacht werden. „Die Stadt wendet sich erneut dem Wasser zu und gewinnt an Qualität‘‘, sagt Ursula Dickmann, Projektleiterin bei der Stadt Bottrop.

Natur und Kultur, Landschaft und Architektur, Arbeiten, Wohnen und Freizeit sollen in Freiheit Emscher näher zusammenrücken. Investitionen in Infrastruktur und Freizeit- und Erholungsangebote werten auch das Wohnumfeld vorhandener Quartiere auf.

Die Projektpartner haben zum Abschluss der Machbarkeitsstudie vereinbart, dass die erfolgreiche interkommunale Zusammenarbeit  in Zukunft bruchlos fortgeführt werden soll. Eine Abstimmung über die konkrete institutionelle Form der Kooperation läuft zurzeit.

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt Freiheit Emscher als Modellprojekt mit regionalen Zielen und überregionalem Anspruch, das als beispielhaft für die Transformation des Ruhrgebietes gelten kann. NRW-Ministerin Ina Scharrenbach hatte das Projekt im Oktober auf der Immobilienmesse EXPO REAL in München präsentiert. Darüber hinaus wird eine Aufnahme von Freiheit Emscher als eines der Leitprojekte der Ruhrkonferenz diskutiert.

Die Visualisierung von Stahm Architekten zeigt den zukünftigen Nukleus am Bottroper Sturmshof und dem Essener Hafen Coelln-Neuessen. Hier sollen laut Zielkonzept ab 2027 wissensbasierte, höherwertige Gewerbeformen und urbane Produktion mit hohem Büroanteil sowie zusätzlich Freizeitangebote und Gastronomie an der Promenade entstehen.

Im Rahmen eines Hintergrundgesprächs stellten die drei Projektleiter – Gernot Pahlen, RAG Montan Immobilien, Ursula Dickmann, Stadt Bottrop, und Steffen Lenze, Stadt Essen (v.l.n.r.) erste Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vor.