Flächen gestalten, Projekte entwickeln.

Freiheit Emscher: Ein neues urbanes Zentrum in der Metropole Ruhr

10.10.2018 - Was bleibt, wenn die Kohle geht? Eine Antwort auf diese Frage präsentierte die RAG Montan Immobilien GmbH gemeinsam mit den Städten Bottrop und Essen am 8. Oktober auf der EXPO REAL in München.

Auf einem Areal von 1.700 Hektar Größe wird mitten im Ruhrgebiet ein neues urbanes Zentrum entstehen: die „Freiheit Emscher“. Fünf ehemalige Bergbauflächen werden als Standort für wissensbasierte Industrie, Dienstleistungen und Gewerbe entwickelt und eingebettet in ein zukunfts­weisendes Gesamt­konzept, in dem Arbeiten, Leben, Wasser und Natur eng miteinander verwoben sind. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt das Modellprojekt als beispielhaft für die Transformation des Ruhrgebietes:  „1.700 Hektar Raum für Entwicklung, Perspektive, Heimat und Zukunft: Freiheit Emscher ist eines der spannendsten Großprojekte in den kommenden Jahren. Großes Lob an die Städte Essen, Bottrop und die RAG Montan Immobilien, dass sie dieses Projekt Hand in Hand anschieben“, sagte Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Bauen, Kommunales und Gleichstellung des Landes NRW.

Freiheit Emscher gilt als das größte interkommunale Stadtent­wick­lungsprojekt in Nordrhein-Westfalen: Der bislang stark vom Bergbau geprägte Raum im Essener Norden  und Bottroper Süden wird über die Stadtgrenzen hinweg neu geordnet. Das auf der EXPO REAL erstmals präsentiert Zielkonzept sieht vor, neue Stadträume für Gewerbe und smarte Industrie, aber auch für Wohnen, Erholung und Freizeit zu schaffen. Schrittweise werden 150 Hektar ehemaliger Bergbauflächen für gewerbliche und industrielle Nutzungen (GI) neu erschlossen – eine der größten Flächenreserven des Ruhrgebiets, die vor allem Unternehmen und Einrichtungen mit hoher digitaler Kompetenz, wissens- und  technologie- orientierten Services und urbaner Produktion offen stehen soll.

Eigener Autobahnanschluss und innovatives Mobilitätskonzept
Wichtigste Voraussetzung ist das Erschließungskonzept mit neuer Infra­struktur: Zentral angebunden an das Fernstraßennetz wird das Areal durch einen neuen Autobahnschluss „Freiheit Emscher“ an der A 42, der den Wirtschaftsverkehr aufnehmen und auf kürzestem Wege ableiten soll. Im Inneren dient ein grüner Korridor mit Vorrang für Fahrräder, emis­sionsarme und selbstfahrende Fahrzeuge als Labor für die Mobilität von Morgen.

Herzstück der Freiheit Emscher: Der Nukleus am Wasser
Die stärkste Innovationskraft für Freiheit Emscher geht vom sogenannten Nukleus aus:  Zwischen Rhein-Herne-Kanal, Stadthafen und der renaturierten Emscher liegen die hochwertigsten Flächen mit dem größten Potenzial („Sturmshof“, „Coelln-Neuessen“). Auf 70 Hektar wird genau zwischen den Städten Essen und Bottrop ein modernes Quartier mit gemischten Nutzungsformen entstehen. Hochwertige Arbeitsplätze direkt am Wasser sowie Gastronomie und Freizeitangebote entlang einer Uferpromenade machen den Nukleus zum Attraktionspunkt von Freiheit Emscher.

Grün-blaue Infrastruktur für die Stadt der Zukunft
Das Freiraumkonzept zielt darauf, die natürliche Lagegunst am Wasser zu nutzen und den Emscher Landschaftspark durch ein grünes Band in der Ost-West-Richtung fortzuführen. Ziel ist es, die vorhandenen Quartiere im Bottroper Süden und Essener Norden durch Vernetzung mit der Landschaft aufzuwerten:  So entsteht ein freier, wandelbarer Raum, der Arbeitsplätze, Freizeitangebote, Wohnraum, Landschaft und urbane Plätze miteinander verbindet.

 

Statements der Teilnehmer:
„Freiheit Emscher ist das größte interkommunale Stadtentwicklungsprojekt in Nordrhein-Westfalen. Es bietet uns die historische Chance, über Stadtgrenzen hinweg ein neues urbanes Zentrum mitten im Ruhrgebiet zu schaffen.“

„Wir werden in der Freiheit Emscher unsere Ideen für einen Zukunftsort von morgen umsetzen: Die Lage zwischen den beiden Hochschulstandorten Bottrop und Essen eignet sich besonders für die Ansiedlung von „smarter“ Industrie und Dienstleistungen. Gerade die Kooperation von Hochschulen und Unternehmen mit hoher digitaler Kompetenz ist ein wichtiger Zukunftsfaktor. Freiheit Emscher kann damit eine herausragende Bedeutung für die weitere Transformation des Ruhrgebiets einnehmen.“

Thomas Kufen, Oberbürgermeister Stadt Essen


„Das Projekt Freiheit Emscher knüpft an unsere Erfahrungen mit Innovation City an und folgt dem Prinzip, dass moderne Stadtentwicklung auf der Ebene der Quartiere ansetzen muss, damit die Erneuerung urbaner Räume zu nachhaltigem Erfolg führt.“

„Freiheit Emscher wird den hier lebenden und arbeitenden Menschen ein neues Lebensgefühl vermitteln, eine zukunftsgerichtete Identität schaffen und ihnen
den notwendigen Spielraum bieten, sich mit ihren Unternehmen und Lebensideen vor Ort zu entwickeln.“

Bernd Tischler, Oberbürgermeister Bottrop


„Mit dem Modellprojekt Freiheit Emscher werden wir die großen strukturellen Heraus­forderungen überwinden, die im Bottroper Süden und Essener Norden nach der Beendigung des Steinkohlenbergbaus bestehen. Unsere Vision kann nur Realität werden, wenn wir sie gemeinsam und mit der Unterstützung von Land, Bund und EU umsetzen.“

„Natur und Kultur, Landschaft und Architektur, Arbeiten, Wohnen und Freizeit sollen in der Freiheit Emscher näher zusammenrücken. In der Zukunft wird es darum gehen, verschiedene Funktionen von urbanen Räumen zu integrieren und somit Strukturen zu schaffen,  die sich verschiedenen Anforderungen der Zukunft flexibel anpassen können.“

Markus Masuth, Vorsitzender der Geschäftsführung
der RAG Montan Immobilien GmbH


 „Freiheit Emscher ist für die RAG ein besonderes Projekt. Es hat im Rahmen der Bergbauflächen-Vereinbarung „Wandel als Chance“ eine interkommunale Vorreiterfunktion. Gemeinsam mit dem Land NRW und den beiden Städten Essen und Bottrop übernehmen wir hier Verantwortung für eine zukunftsorientierte Standortentwicklung. Mit diesen beiden Städten sind wir auch emotional sehr verbunden: in Essen wurde die RAG gegründet und in Bottrop befindet sich noch das letzte aktive Bergwerk des Ruhrgebietes.“

Dr. Jürgen-Johann Rupp, Vorstand RAG Aktiengesellschaft

Über die Freiheit Emscher

Bis Ende 2018 entwickeln die Projektpartner der Städte Essen und Bottrop sowie der RAG Montan Immobilien GmbH einen strategischen Masterplan für das 1.700 Hektar große Gebiet nördlich und südlich des Rhein-Herne-Kanals und der Emscher mit fünf ehemaligen Bergbauflächen. Ziel ist, das Areal neu zu erschließen und zu einem urbanen Zentrum zwischen Essen und Bottrop zu entwickeln. Ab 2019 soll es an die Umsetzung gehen.

Weitere Informationen auf: www.freiheit-emscher.de

Teilnehmer von links nach rechts: Nach der Talkrunde am Messestand der RAG Montan Immobilien präsentieren Alexa Waldow-Stahm, Geschäftsführerin vom Büro Stahm Architekten, Markus Masuth, Vorsitzender der Geschäftsführung der RAG Montan Immobilien, Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen, Bernd Tischler, Oberbürgermeister der Stadt Bottrop, und Dr. Jürgen Rupp, Vorstand der RAG AG, das symbolische Hinweisschild für die neugeplante Autobahnausfahrt „Sturmshof“ der A 42, mit der das Areal „Freiheit Emscher“ erschlossen werden soll.

Ein Luftbild des Areals zwischen Essen und Bottrop mit dem Rhein-Herne-Kanal und dem Essener Hafen.