Flächen gestalten, Projekte entwickeln.

Facettenreicher Kunst-Parcours

30.05.2022 - Begeisterte Besucher – zufriedene Künstler – durchweg positive Resonanz: Nach dem RUbug-Festival für urbane Kunst in den Gebäuden der ehemaligen Zeche Westerholt in Herten/Gelsenkirchen zieht der veranstaltende Verein dersalon.ruhr eine positive Bilanz.

 „Das war ein Auftakt nach Maß“, sagt Vereinsvorsitzende Kathi Schmidt: „Unser Konzept, diesen traditionsreichen und suggestiven Ort mit junger, frischer Kunst in ein ganz neues Licht zu tauchen, ist voll aufgegangen. Sämtliche Werke der fast 70 Künstler*innen hatten einen starken Ortsbezug – sie sind in der vorangegangenen Arbeitsphase auf dem Zechengelände entstanden, in vielen Fällen sogar mit Materialien, die auf dem Gelände selbst vorgefunden worden waren“. Co-Vorsitzender Gregor Luthe ergänzt: „Dieser starke Bezug zur Zeche selbst als auch die gelungene Auswahl führender internationaler Kunst-Positionen hat die Ausstellung sowohl für die Fans von junger, internationaler Street Art interessant gemacht, aber auch jenen Besuchern viel geboten, die mit der Bergbaugeschichte dieser Region verbunden sind.“

Fast 70 internationale Künstlerinnen und Künstler sowie Street-Art-Protagonisten der Region hatten die Zeche Westerholt in einen Hotspot der unterschiedlichsten Urban-Art-Positionen verwandelt: von farbenfrohen Graffiti über ausdrucksstarke Installationen bis hin performativen Akzenten reichte das Spektrum. Das Publikum wanderte interessiert den Kunst-Parcours über das Zechengelände ab, der nach der Art eines begehbaren Bühnenbildes angelegt worden war. So wurden die Besucher*innen in der ersten Station von einem über 170 Quadratmeter großem Foto an der Stirnseite der Halle begrüßt: in der überdimensional großen Gesichtspartie des einstigen Wettersteigers Jochen Schmidt (87 Jahre) spiegelt sich eine ganze Bergbau-Biografie wider (Künstler: Maria Vill und David Manstein).

Von dort ging es über eine kleine Treppe hinauf in das einstige Hochregallager der Zeche - die einzelnen Segmente wurden hier, den mit Säulen untergliederten Seitenwänden einer Kirche gleich, von internationalen Street-Art-Künstlern bemalt. Als „Kathedrale der Malerei" bezeichnet - der hohe, weite Raum hat eine fast schon sakrale Ausstrahlung -, wareb hier stilistisch vielfältige Positionen der zeitgenössischen Malerei versammelt. Altmeister Loomit aus München - einer der einflussreichsten und international anerkanntesten Street-Art-Künstler - war mit einer großformatigen, farblich bestechend klar gearbeiteten Komposition vertreten. Denis Klatt aus Dortmund zeigte eines seiner faszinierenden fotorealistischen Motive und präsentierte auf den Wänden des Hochregallagers einen bunten Vogel. Merny aus Bristol war von der Bergbaugeschichte der Zeche zu einer augenzwinkernden, bunten Malerei im Stil einer Info-Grafik inspiriert worden. Und Billy aus Bristol feuerte auf zwei komplementär gestalteten Flächen ein wahres Farb-Feuerwerk in sanften Formen ab.

Weitere Highlights waren die skulpturalen Arbeiten: hier bestach zunächst Chiara Dahlems riesiger Schwarm von schwarzen Origami-Vögelchen, die in den Kauenkörben der Schwarzkaue ihre Heimat gefunden hatten. Korrespondierend hierzu hatte Tobias Wohlfahrt die Lampenhalle mit Luftballons und Schmetterlingen verzaubert, wirkungsvoll akzentuiert von Theresa Kretschs textilen Arbeiten. In der Lohnhalle war ein wundervoll verspieltes Arrangement von „Tropical Heins" zu sehen. In den ehemaligen Ausbildungswerkstätten ließ die „463 Crew" mit einer farbenfrohen, handwerklich souveränen, großformatig angelegten Spray-Arbeit die Wände wackeln. In der einstigen Kesselhalle bespiegelten sich die geometrisch klar angelegten Arrangements von Florian Huber mit einem frappierend kraftvollen Holz-„Lindwurm" von elparo aus Frankreich.

Flankierend hierzu setzte ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm musikalische Akzente: regionale Bands und DJs sorgen auf der Piazza und im angrenzenden „Birkenwäldchen" für beste Stimmung.

Bei den teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern handelte es sich um Artourette & Liser Legal (Dresden), Billy (Bristol), Birne 463 Crew (Wuppertal), Marcel Bleeck (Recklinghausen), Marion Callies (Marl), Chiara Dahlem (Roeser), Benjamin Duquenne (Roubaix), elparo (Saint Junien), Peter Fahr Junior (Leipzig), Dima Fatum (Kyjiw), Fogeljunge (Leipzig), Freizeitgruppe Gestaltung (Glauchau), Matthias Gephart 463 Crew (Bochum, Berlin), Guido Günther (Chemnitz), Annette Piscantor und Kunststudent*innen der HBK Essen (Essen), HNRX (Innsbruck), Juliane Maria Hoffmann (Leipzig), Florian Huber (Hamburg), IbiMS (Dortmund), Kartel (Hannover), Adnan Kazim (Herten), KERA (Berlin), kj263 (Düsseldorf), Denis Klatt (Dortmund), Marie Kollek & Teddy Larue (Leipzig), theresa°kretsch (Chemnitz), kritzelfreu.de / MontyCsBugs (Germering), Loomit (München), Mannstein + Vill (Berlin), Matthieu Martin (Bayeux), Klara Meinhardt (Leipzig), Mernywernz (Bristol), Doterius Molrok (Erfurt), Naamloozz (Rotterdam), Nnamari (Rotterdam), Orble (Berlin), Ordinario 463 Crew (Düsseldorf), Herr ORM (Recklinghausen), PAY Collective Leipzig (Leipzig), petonka (Berlin), Plan B (Helsinki), Nico Pohl (Leipzig), POMESONE (Stuttgart), rico a l'arrache (Leipzig), Rosenwald & Hammer (Gelsenkirchen), Axel Schoterman + Tharim Cornelisse (Berlin), Cristian Scutaru (București), SHIRTSFORFLIRTS (Leipzig), The Top Notch (Essen), Tropical Heins (Leipzig), Silvio Ukat (Glauchau), Tom Werner (Glauchau), Ivo Zibulla art of mu (Leipzig), sowie Guido Zimmermann (Frankfurt).

Das RUbug-Festival wurde unter anderem vom Land NRW, der Stadt Gelsenkirchen, der Gelsenwasser Stiftung, sowie von der Sparkasse Vest Recklinghausen und der Sparkasse Gelsenkirchen gefördert.

Im Auge des Bergmanns: Besucher*innen mit Gelsenkirchens Bürgermeisterin Karin Welge (Mitte) bei der offiziellen Eröffnung des RUbug-Festivals. Das 170 Quadratmeter große Pasteup stammt vom Künstlerpaar Maria Vill und David Mannstein (Berlin). Foto: Susan Fankhänel

Im Auge des Bergmanns: Besucher*innen mit Gelsenkirchens Bürgermeisterin Karin Welge (Mitte) bei der offiziellen Eröffnung des RUbug-Festivals. Das 170 Quadratmeter große Pasteup stammt vom Künstlerpaar Maria Vill und David Mannstein (Berlin). Foto: Susan Fankhänel Bild herunterladen

Panorama des Leids: Adnan Kazim (Herten) malt mit farbenfrohem, lebhaft-beschwingtem Stil seine von Krisen und Krieg geprägte Biografie. Foto: Susan Fankhänel

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Hin zum Licht: Installation mit 1.200 aus Papier gefalteten Schwalben von Chiara Dahlem (Luxemburg) in der Schwarzkaue. Foto: Martin Schmüderich

Hin zum Licht: Installation mit 1.200 aus Papier gefalteten Schwalben von Chiara Dahlem (Luxemburg) in der Schwarzkaue. Foto: Martin Schmüderich Bild herunterladen

Wo endet das bergbauliche Relikt, wo fängt die Kunst an? In Elektromotorenwerkstatt auf Westerholt zeigen X und Plan B (Hintergrund) ihre Werke. Foto: Martin Schmüderich

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Von dunkel zu hell: Guido Zimmermann (Frankfurt am Main) greift Sinneserfahrung der Bergleute auf, die einst durch den Mannschaftsgang ausfuhren. Foto: Helmut Adler

Von dunkel zu hell: Guido Zimmermann (Frankfurt am Main) greift Sinneserfahrung der Bergleute auf, die einst durch den Mannschaftsgang ausfuhren. Foto: Helmut Adler Bild herunterladen

Licht, Wasser, Spiegel: Meditative Installation von Juliane Maria Hoffmann in der eindrucksvollen Elektromotorenhalle. Foto: Martin Schmüderich

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Im Auge des Bergmanns: Besucher*innen mit Gelsenkirchens Bürgermeisterin Karin Welge (Mitte) bei der offiziellen Eröffnung des RUbug-Festivals. Das 170 Quadratmeter große Pasteup stammt vom Künstlerpaar Maria Vill und David Mannstein (Berlin). Foto: Susan Fankhänel Panorama des Leids: Adnan Kazim (Herten) malt mit farbenfrohem, lebhaft-beschwingtem Stil seine von Krisen und Krieg geprägte Biografie. Foto: Susan Fankhänel Hin zum Licht: Installation mit 1.200 aus Papier gefalteten Schwalben von Chiara Dahlem (Luxemburg) in der Schwarzkaue. Foto: Martin Schmüderich Wo endet das bergbauliche Relikt, wo fängt die Kunst an? In Elektromotorenwerkstatt auf Westerholt zeigen X und Plan B (Hintergrund) ihre Werke. Foto: Martin Schmüderich Von dunkel zu hell: Guido Zimmermann (Frankfurt am Main) greift Sinneserfahrung der Bergleute auf, die einst durch den Mannschaftsgang ausfuhren. Foto: Helmut Adler Licht, Wasser, Spiegel: Meditative Installation von Juliane Maria Hoffmann in der eindrucksvollen Elektromotorenhalle. Foto: Martin Schmüderich

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